Lebenslauf für Deutschland schreiben
In Deutschland erwarten Arbeitgeber in der Regel einen tabellarischen Lebenslauf: klar gegliedert, lückenlos nachvollziehbar und meist nicht länger als zwei Seiten. Dieser Ratgeber zeigt den üblichen Aufbau, was Sie weglassen dürfen und wie ein guter Eintrag aussieht.
Der tabellarische Lebenslauf
Der tabellarische Lebenslauf ist in Deutschland der Standard. Links stehen die Zeiträume (zum Beispiel „03/2022 – heute“), rechts Position, Arbeitgeber oder Schule und eine kurze Beschreibung. Ausformulierte Lebensläufe in Fließtext werden nur noch selten verlangt, etwa bei manchen Verbeamtungen oder wenn eine Stellenanzeige ausdrücklich einen „ausführlichen Lebenslauf“ fordert.
Die Reihenfolge ist fast immer antichronologisch: Die aktuelle oder letzte Station steht oben. Personalverantwortliche wollen zuerst sehen, was Sie zuletzt gemacht haben; Ihre Schulzeit interessiert sie bei Berufserfahrenen kaum noch.
Aufbau: die üblichen Abschnitte
- Persönliche Daten und Kontakt: Name, Anschrift oder zumindest Wohnort, Telefonnummer, E-Mail-Adresse. Ein LinkedIn- oder Xing-Profil ist optional.
- Kurzprofil (optional): zwei bis drei Sätze, wer Sie beruflich sind und was Sie suchen. Besonders nützlich bei Berufswechsel oder vielen Stationen.
- Berufserfahrung: Zeitraum, Position, Arbeitgeber und Ort, darunter zwei bis vier Stichpunkte zu Aufgaben und Ergebnissen.
- Ausbildung: Studium, Berufsausbildung, höchster Schulabschluss — jeweils mit Zeitraum, Einrichtung und Abschluss (gegebenenfalls Note).
- Weiterbildungen und Zertifikate: nur, was für die Stelle relevant ist.
- Kenntnisse: Sprachen mit Niveau, IT- und Fachkenntnisse, Führerschein, wenn er für die Stelle wichtig ist.
- Ort, Datum und Unterschrift am Ende.
Berufseinsteiger stellen die Ausbildung vor die Berufserfahrung, wenn sie noch wenig Praxis haben. Praktika, Werkstudentenjobs und Ehrenamt zählen dann als Erfahrung und gehören in den Lebenslauf.
Foto, Geburtsdatum, Familienstand: freiwillig
Lange war das Bewerbungsfoto in Deutschland selbstverständlich. Heute ist es freiwillig. Ziel des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ist es nach § 1, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen. Angaben, die auf solche Merkmale schließen lassen — Foto, Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Familienstand, Religion —, müssen Sie deshalb nicht machen.
Ob Sie ein Foto beilegen, ist Ihre Entscheidung. Viele Bewerberinnen und Bewerber tun es weiterhin, weil manche Arbeitgeber es noch erwarten; andere verzichten bewusst darauf. Wenn Sie ein Foto verwenden, dann ein aktuelles, professionelles Porträt — kein Urlaubs- oder Automatenfoto. Unser Generator erstellt einen Lebenslauf ohne Foto; wer eines möchte, braucht ein Layoutprogramm.
Die Staatsangehörigkeit oder Arbeitserlaubnis kann trotzdem sinnvoll sein, wenn Sie aus dem Ausland kommen und der Arbeitgeber sonst unsicher ist, ob Sie in Deutschland arbeiten dürfen. Auch das ist freiwillig.
Sprachkenntnisse richtig angeben
Verzichten Sie auf vage Angaben wie „gute Englischkenntnisse“. Üblich ist das Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER). Er unterscheidet sechs Stufen von A1 bis C2, die grob der klassischen Einteilung in Grund-, Mittel- und Oberstufe entsprechen. Ein Beispiel:
- Deutsch — Muttersprache
- Englisch — C1
- Spanisch — B1
Haben Sie ein Zertifikat, nennen Sie es: „Englisch — C1 (Cambridge Advanced, 2023)“. Ohne Zertifikat schätzen Sie sich ehrlich selbst ein; im Vorstellungsgespräch wird das gelegentlich getestet. Im Generator gibt es dafür einen eigenen Abschnitt „Sprachen“.
Ein guter Eintrag: Ergebnisse statt Aufgaben
Der häufigste Schwachpunkt sind Einträge, die nur die Stellenbeschreibung wiederholen. Vergleichen Sie:
| Schwach | Stärker |
|---|---|
| Zuständig für die Social-Media-Kanäle | Instagram-Konto des Shops in 12 Monaten von 1.200 auf 4.800 Follower gebracht, mit drei Beiträgen pro Woche |
| Betreuung von Kunden | Betreuung von 35 Firmenkunden im Raum Köln; Verlängerungsquote der Wartungsverträge gesteigert |
| Mitarbeit im Lager | Wareneingang mit Lieferscheinabgleich für bis zu 60 Lieferungen am Tag |
Die Zahlen in der Tabelle sind Beispiele. Setzen Sie Ihre eigenen, echten Werte ein — Übertreibungen fallen spätestens beim Gespräch oder beim Arbeitszeugnis auf. So sieht ein vollständiger Eintrag aus:
| Zeitraum | Station |
|---|---|
| 03/2022 – heute | Online-Marketing-Managerin, Keramik Beispiel GmbH, Berlin — Planung und Umsetzung der Social-Media-Kampagnen; Aufbau des Newsletters; Abstimmung mit externer Agentur |
| 09/2019 – 02/2022 | Marketing-Assistentin, Beispiel Verlag, Köln — Pflege der Website, Erstellung von Produkttexten, Auswertung von Kampagnen |
| 10/2015 – 07/2019 | B. A. Kommunikationswissenschaft, Universität Beispielstadt |
Länge, Lücken und Form
- Länge: Für die meisten Bewerbungen reichen ein bis zwei Seiten. Ältere oder irrelevante Stationen fassen Sie zusammen.
- Lücken: Zeiten von mehr als ein paar Monaten sollten Sie kurz erklären, etwa „Elternzeit“, „Weiterbildung“, „Pflege eines Angehörigen“ oder „berufliche Neuorientierung“.
- Monatsangaben: Geben Sie Zeiträume mit Monat und Jahr an (03/2022). Nur Jahreszahlen wirken, als wollten Sie Lücken verdecken.
- Schrift und Layout: eine gut lesbare Schrift, einheitliche Datumsformate, keine Rechtschreibfehler. Lassen Sie den Lebenslauf von jemand anderem gegenlesen.
- Dateiname: „Vorname-Nachname-Lebenslauf.pdf“ statt „CV_neu_final.pdf“.
Ort, Datum und Unterschrift
Am Ende eines deutschen Lebenslaufs stehen traditionell Ort und Datum, bei einer Papierbewerbung zusätzlich die eigenhändige Unterschrift. Bei Online-Bewerbungen lassen viele die Unterschrift weg oder fügen eine eingescannte ein; beides ist verbreitet. Im Generator können Sie eine Zeile mit Ort und Datum per Häkchen hinzufügen. Das Datum sollte aktuell sein — ein Lebenslauf mit einem Datum von vor einem Jahr wirkt, als hätten Sie ihn ungeprüft wiederverwendet.
Europass als Alternative
Manche Stellen, vor allem in EU-Projekten oder bei Bewerbungen ins Ausland, verlangen ausdrücklich das Europass-Format. Die Europäische Kommission bietet dafür einen eigenen Editor an, mit dem Sie auch ein Bewerbungsschreiben erstellen können. Verlangt die Anzeige kein bestimmtes Format, ist ein klarer tabellarischer Lebenslauf in Deutschland die übliche Wahl.
Wie sich die Gepflogenheiten in Italien, Frankreich, Spanien und Großbritannien unterscheiden, zeigt unser englischer Ratgeber CV by country. Für das Anschreiben gibt es den Anschreiben-Generator.
Häufige Fragen
Muss ein Foto in den Lebenslauf?
Nein. Das Foto ist freiwillig. Das AGG soll unter anderem Benachteiligungen wegen Alter, Geschlecht und ethnischer Herkunft verhindern; Angaben, die darauf schließen lassen, müssen Sie nicht machen.
Wie lang darf ein Lebenslauf sein?
Für die meisten Bewerbungen ein bis zwei Seiten. Wichtig ist, dass die relevanten Stationen schnell zu finden sind.
Muss ich den Lebenslauf unterschreiben?
Bei Papierbewerbungen ist die Unterschrift mit Ort und Datum üblich. Bei Online-Bewerbungen wird sie oft weggelassen oder eingescannt.
Wie gebe ich Sprachkenntnisse an?
Mit dem Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen, von A1 bis C2, und wenn vorhanden mit dem Zertifikat.
Quellen: § 1 AGG — Ziel des Gesetzes · Europass — Lebenslauf und Bewerbungsschreiben erstellen · Universität Bamberg, Sprachenzentrum — Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen